Thomas Helbig

May 1 - June 26, 2010

Die Galerie Guido W. Baudach freut sich zum Gallery Weekend Berlin 2010 ihre fünfte Einzelausstellung mit neuen Werken des in Berlin lebenden Künstlers Thomas Helbig (Jg. 1967) zu präsentieren.  Helbig bespielt die beiden Galerieräume im Wedding und in Charlottenburg, um sie in einer von derselben Grundstimmung getragenen Ausstellung zu vereinen. Dabei knüpft er an die vorhandenen Schwerpunkte seines bisherigen Werkes an und entwickelt diese konsequent weiter.
 
Obwohl vornehmlich als Maler ausgebildet (AdBK München und Goldsmiths College London 1989-1996), bedient Helbig sich bereits seit geraumer Zeit auch anderer Techniken - insbesondere der Skulptur - um Erscheinungsformen einer alternativen Realität zu beschreiben. In der Ausstellung im Wedding, in der die Werke konsequent auf einer zentralen Wand präsentiert werden, steht das malerische Element im Mittelpunkt. Jedoch lässt Helbig die Grenzen der klassischen Gattungen verschwimmen, indem er seine Holztafeln in objekthafte,
geschnitzte Rahmen einfasst. So werden Portale für leuchtende, zeitlose Räume erschaffen, in denen an Augen, Strahlen, Sonnensysteme und andere visuelle Symbole erinnernde Motive auftauchen, nur um im nächsten Moment mitsamt ihrer angedeuteten Bezugssysteme wieder im Medium selbst zu verschwinden. Die Oberflächen dieser Bilder lassen die tiefer liegenden Farbschichten erahnen, die ihre Spuren wie Beulen, Narben oder Runen auf der Bildhaut hinterlassen haben. Die Gemälde der Ausstellung im Wedding sind im Vergleich zu Helbigs älteren Arbeiten einem sehr viel helleren Grundton verpflichtet; aus ihrer ephemeren Ästhetik brechen nur gelegentlich dunkle, groteske Farbkleckse hervor.  Die in den merkwürdigen Himmelsdarstellungen schwebenden abstrakten Formen erinnern sowohl an die Bildsprache des Suprematismus als auch den diesem zugrunde liegenden mythischen Impuls.
 
In direkter Auseinandersetzung mit diesen Kompositionen werden in der kabinettartigen Galerie in Charlottenburg Werke gezeigt, in denen der Künstler sich noch stärker der Bildhauerei annähert.  Als Ausgangspunkt der meisten dort präsentierten Arbeiten dienten Helbig vorgefertigte Materialien sowie Kleinkunst aus Flohmärkten und Secondhandläden. Während des Arbeitsprozesses de- und rekonstruiert er diese vorgefundenen, meist kitschigen Objekte; er zerstört das in ihrer ursprünglichen Form liegende, das die heile Welt suggerierende Moment, um Assemblagen zu schaffen, in denen das Überkommene neu verortet wird. Die so entstandenen Werke erscheinen demnach in ihrem mutierten Zustand merkwürdig hybrid. Anders als die im Wedding gezeigten Werke umgibt diese Objekte eine degenerierte Aura. Mit dieser Doppelausstellung werden die verschiedenen Elemente von Helbigs künstlerischer Praxis zusammengeführt, die sich mit den Themen der Schöpfung, Verwandlung und Erneuerung auseinandersetzt.
          
         
Einzelausstellungen von Thomas Helbig wurden in verschiedenen Galerien und Institutionen präsentiert:
Viper in Bosom, Vilma Gold, London (2009) / Remote Pulse, Bortolami, New York (2008) / Complete Birth, Eleni Koroneou Gallery, Athen (2008) / Stern der Musen, Kunstverein Oldenburg (2008) / Futur, Galerie Rüdiger Schöttle, München (2007) / Purgatory. Now., Galerie Diana Stigter, Amsterdam (2007) / Homo Homini Lupus, China Art Objects, Los Angeles  (2007) / Last World, Bortolami Dayan, New York (2006)
 
Thomas Helbig hat an zahlreichen Gruppenausstellungen in vielen Galerien und Institutionen teilgenommen:
The Collection of Wilfried & Yannicke Cooreman, Museum Dhondt-Dhaenens, Deurle (2009) / No Illusions, Kai 10 - Raum für Kunst, Düsseldorf (2008) / Son of..., Musée des Beaux-Arts de Tourcoing, Tourcoing (2008) / Euro-Centric. Part 1, Rubell Family Collection, Miami (2007) / Imagination Becomes Reality, ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe (2007) / Die Macht des Dinglichen – Skulptur heute!, Georg-Kolbe-Museum, Berlin (2007) / Rings of Saturn, Tate Modern, London (2006)