Backstage Jürgen Klauke Formalisierung der Langeweile

11 January–5 February 2022
Formalisierung der Langeweile, 1980
Jürgen Klauke

Photographic work, 3 parts
Each 60 x 50 cm I 23 2/3 x 19 2/3 in

The first contribution to our exhibition format BACKSTAGE in 2022 is a work by Jürgen Klauke. It belongs to his game-changing cycle of works Formalisierung der Langeweile (Formalization of Boredom) from 1980/81. In the three-part photo sequence, the artist himself and another darkly dressed young man are seen attacking a whitewashed brick wall with various weapons, holding a pistol to its chest and driving an axe into it. In the process, the two appear highly concentrated, making the already enigmatic scene even more absurd. The triptych, exhibited as a rare vintage print on baryte paper, has a conceptual as well as an almost sculptural feel. In an almost exemplary way, it shows how Jürgen Klauke, at the end of the 1970s / beginning of the 1980s, switched from the gender theme that had characterized his first self-performance works to existential questions, whereby the provocative travesties of the early work, committed to the glam rock era, were replaced by a prosaic post-punk aesthetic.

 

BACKSTAGE is a format launched at the beginning of the pandemic, within which Galerie Guido W. Baudach regularly highlights special individual works and series by one or thematically selected works by various artists, independently of the regular exhibition programme and both physically in the gallery showroom and virtually online on our website.

Der erste Beitrag zu unserem Ausstellungsformat BACKSTAGE in 2022 ist eine Arbeit von Jürgen Klauke. Sie stammt aus seinem bahnbrechenden Werkzyklus Formalisierung der Langeweile aus dem Jahr 1980/81. In der dreiteiligen Foto-Sequenz sieht man den Künstler selbst sowie einen weiteren dunkel gekleideten jungen Mann, wie sie einer weißgetünchten Backsteinwand mit verschiedenen Waffen zu Leibe rücken; ihr eine Pistole an die Brust halten und eine Axt in sie hineinschlagen. Dabei wirken die beiden hochkonzentriert, was die ohnehin rätselhafte Szenerie noch absurder macht. Das Triptychon, ausgestellt als seltener Vintage-Print auf Baryt-Papier, hat eine konzeptuelle sowie auch eine beinahe skulpturale Anmutung. Geradezu beispielhaft zeigt sich hier, wie Jürgen Klauke Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre von der Genderthematik, die seine ersten Selfperformance-Arbeiten geprägt hatte, zu existentiellen Fragestellungen überwechselte, wobei die der Glam-Rock-Ära verpflichteten provokanten Travestien des Frühwerks von einer nüchternen Post-Punk Ästhetik abgelöst wurden.

 

BACKSTAGE ist ein zu Beginn der Pandemiezeit gestartetes Format, innerhalb dessen die Galerie Guido W. Baudach regelmäßig spezielle Einzelwerke und Serien eines oder thematisch ausgewählte Arbeiten verschiedener Künstler*Innen beleuchtet, unabhängig vom regulären Ausstellungsprogramm und sowohl physisch im Showroom der Galerie als auch virtuell und online auf unserer Webseite.